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Jochen Distelmeyer | © Fotograf Frank Zauritz

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Otis, Roman, Jochen Distelmeyer, Rowohlt

Anfang 2015 erschien der erste Roman des Sängers der Band Blumfeld, Jochen Distelmeyer. Wenige deutsche Songschreiber zeigen uns in ihren Liedern einen solchen Umgang mit der deutschen Sprache wie Jochen Distelmeyer, der eine ungeheure Bandbreite von Gefühlen und Stimmungen ausdrücken kann. In seinem ersten Roman erzählt er über Tristan Funke, der im Berlin des Jahres 2012 lebt und an seinem ersten Buchprojekt Otis arbeitet. Wir lernen seine Freunde, Bekannten, Affären und Beziehungen kennen, erfahren von Tristans Schwierigkeiten bei der Arbeit an seinem Buchprojekt und werden von ihm durch diverse Ausstellungen, Restaurants, Clubs und Cafés geführt. Nebenbei werden geschichtliche Zusammenhänge der damaligen Zeit erörtert, es wird Bezug auf politische und architektonische Besonderheiten in Berlin genommen. An diesen Stellen verliert der Roman ab und an eventuell einige Leser, die dann aber wieder um so neugieriger zur eigentlichen Handlung zurückkehren.

Jochen Distelmeyer schafft es immer wenn er Tristans Handeln beschreibt, auch ohne Musik zu fesseln. Nach 280 Seiten hat man eigentlich Lust mehr über Tristan Funke und sein weiteres Leben zu lesen, gerade weil das Ende ... aber das können Sie ja selber lesen.

Wir sind nicht objektive Fans von Blumfeld und Jochen Distelmeyers Soloschaffen als Musiker, haben die Hardcover Ausgabe gelesen. Ab Sommer 2016 ist der Roman über Tristan Funke, der aus Liebeskummer nach Berlin gezogen ist, auch als Taschenbuch erhältlich. 

Bilder: Privat. Portrait: Rowohlt © Frank Zauritz